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Der Fördererkreis 
30.12.2018So23:00

Jahresbericht 2018

Die Aufseßigen, benannt nach dem Museumsgründer Hans Freiherr von und zu Aufseß, sind der junge Freundeskreis des Germanischen Nationalmuseums. Der Ableger des Fördererkreises für die Zielgruppe der Achtzehn- bis Fünfunddreißigjährigen lädt monatlich zu Veranstaltungen. 

Kunst und Kultur erleben – Neues entdecken – Freunde treffen.

 

Erstes Quartal

Bevor die Kunsthalle Nürnberg wegen Umbaumaßnahmen bis 2019 schließt, wollten wir noch einmal einen Blick auf die Höhepunkte ihres 50-jährigen Bestehens werfen: Mit Ellen Seifermann, der Leiterin der Kunsthalle, besuchten wir die Ausstellung "On with the Show". Herr Markus Raquet ermöglichte es uns hinter die Kulissen des Germanischen Nationalmuseums zu blicken und vermittelte uns einen Eindruck vom Institut für Kunsttechnik und Konservierung. In der Restaurierungsabteilung für Musikinstrumente lernten wir dabei die verschiedenen Methoden kennen, mit denen man dem Alter der Instrumente auf die Schliche kommen kann. Im März führte uns Frau Dr. Silivia Glaser durch die Sonderausstellung "Peter Behrens. Das Nürnberger Intermezzo" . Dieser prägte mit seinen innovativen Ideen die Architektur von Fabrik- und Bürogebäuden, bis zum heutigen Tag.

 

Zweites Quartal

Herr Andreas Puchta, M.A., beantwortete uns die Frage nach der Sehnsucht nach dem Mythischen in einer mythosfernen Zeit und begab sich mit uns auf die Suche nach Mythen in den Sammlungen des Germanischen Nationalmuseums. Nach einem fulminanten Abend auf dem Fördererfest, auf welchem wir mit unserer aufseßigen Bar für Stimmung sorgten, ergründeten wir am "Letzten Mittwoch im Monat" Mai die Ess- und Trinkkultur der alten Römer. Frau Dr. Claudia Merthen braute extra für uns einen authentischen Trunk aus Wein und Honig. Auf der Ausstellungseröffnung lugten die Aufseßigen in die Sonderausstellung "Richard Riemerschmid Möbelgeschichten" und durften am letzten Mittwochabend im Juni bei einer KuratorInnenführung mit Frau Ines Rödl, M.A., die Welt der Fotografie durch eine Lochkamera entdecken. Schrittweise entwickelte sich in der Fotografie nämlich ein neues Verständnis von Wahrheit und Wirklichkeit im Bild, weswegen wir unsere Sehgewohnheiten auf die Probe stellen wollten.

 

Drittes Quartal

Im Juli sind wir staunend durch das Jakober Viertel spaziert und haben viele historische Schätze und verborgene Altstadthöfe gesehen. Das alte Gerberhaus in der Hinteren Ledergasse wird von “Altstadtfreunde Nürnberg e.V.” saniert und wir erhielten von Herrn Karl-Heinz Enderle den exklusiven Zutritt in das Sanierungsobjekt. Nach einem wunderschönen Sommerpicknick, bei welchem wir eine feine Gesellschaft im Freien aus der Sammlung der Museums nachstellten, erfuhren wir wieder etwas Aktuelles aus dem Institut für Kunsttechnik und Konservierung. Die Diplom-Restauratorin Wibke Ottweiler zeigte uns in der Studio-Aussstellung "Adam Kraft. Der Kreuzweg" die wertvollen Sandsteinreliefs der Kreuzwegdarstellung und veranschaulichte, dass die skulpturalen Werke trotz Fehlstellen ihre besondere Wirkung und Bedeutung nicht verloren haben. Im Museum Industriekultur legten wir dann Hand an historische Druckmaschinen. Mit der Linotype-Setzmaschine konnte man seit 1822 mittels Matrizen Schriftzeilen maschinell setzen und diese jeweils neu gießen. Wir durften uns kleine Kärtchen selbst bedrucken, was richtig viel Spaß gemacht hat.

 

 

Viertes Quartal

Im letzten Quartal des Jahres begaben wir uns auf die Suche nach okkultischen Werken im GNM. Bei der Spurensuche nach Beweisen für Magier und Hexen haben wir zunächst hinter die Kulissen geblickt und den Magazinbereich der Museums-Bibliothek aufgesucht. Anschließend haben wir viel über die Techniken des Handlesens von Frau Marie Feist, M.A., gelernt. Besonders aufseßig ging es bei unserer Sonderveranstaltung "Kleider machen Leute" zu! Nach der KuratorInnenführung durch die Sonderausstellung "Luxus in Seide. Mode des 18. Jahrhunderts" haben wir es uns zusammen mit Frau Dr. Adelheid Rasche beim liebevoll zusammengestellten Buffet gemütlich gemacht. Mit Live-Jazzklängen im Hintergrund setzten wir unsere Seidenaccesoires bei einer lustigen Fotoaktion in Szene. Im November ging es dann ganz Hoch hinaus, auf das Ostdach des Museums. Wir hatten einen fantastischen Blick über die Dächer der Stadt, hinab auf die Baustelle des neuen Tiefdepots. Herr Florian Kutzer, Diplom-Ingenieur und Architekt ermöglichte uns damit einen ganz exklusiven Blick auf das Bauprojekt. Den Jahresabschluss bildete eine kleine und feine Weihnachtsfeier mit selbst gebackenen Lebkuchen und Plätzchen sowie einer Tasse Glühwein auf dem Kunstbalkon. Herr Andreas Puchta, M.A., erzählte uns passend dazu die Wahrheit über Hänsel und Gretel in einer vorweihnachtlichen Kulturgeschite des Nürnberger Lebkuchens.

 

Danke

Diese Veranstaltugen wären nicht realisierbar, ohne die große Unterstützung des Fördererkreises des Germanischen Nationalmuseums. Ein großer Dank geht demnach an den Vorsitzenden Wolfgang Graf zu Castell-Castell, an die Leiterin des Referates Wissenschaftsmanagement und Marketing Frau Dr. Andrea Langer und natürlich an alle MitarbeiterInnen des Museums, die uns ebenso tatkräftig unterstützen. Auch ohne die Spende unserer treuen, jungen UnterstützerInnen könnten die Aufseßigen selbstverständlich nicht fortbestehen. Ein besonderer Dank gilt dabei den ehrenamtlichen MitgliederInnen der Orga-Gruppe, die die Veranstaltungen nicht nur mitgestalten, sondern auch aktive Botschafter unserer Initiative und des Museums sind. Da wir Teil der Bundesinitiative "Junge Freunde Kunstmuseen" sind, welche einen Zusammenschluss deutscher junger Freundeskreise bildet, ist der Austausch für uns mit anderen Freundeskreisen ebenso wichtig. Bei den Treffen, die zweimal im jahr stattfinden, konnten sich die teilnehmenden jungen Initiativen erneut über ihre Erfolge oder aktuelle Probleme austauschen. Bei den Wochenend-Tagungen versuchen die VertreterInnen der Freundeskreise neue Methoden zu entwickeln, um die Aufmerksamkeit für den Verein zu steigern. Schließlich ist die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur enorm wichtig, um eine aufmerksame und weltoffene Gesellschaft zu fördern.

Bei jedem "Letzten Mittwoch im Monat" zeigte sich, wie schnell aus Fremden Freunde werden können und wie bereichernd gemeinsame Kulturerlebnisse für die eigene Lebenswirklichkeit sind. Vielen Dank dafür!

 

Lilia Ubert